Quietsch!
14. Februar. Bevor sich das jetzt festsetzt (mit den bummeligen Tagebuchnachträgen), soll hier wenigstens davon berichtet werden, dass Herrchen sich eine neue Kamera gegönnt hat.

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Und dann? Dem Hunde schwant böses! Trockenrubbeln, Bürsten und – wenn ich sowieso schon auf dem Tisch stehe... Aber nein! Danach gibt's zu fressen. Ehrlich! Versprochen! (Obwohl... ein paar kleine Fusseln noch an den Ohren vielleicht? Aber das behalten wir jetzt mal fein für uns!)
28. Februar. Nach einem ausgiebigen Regenspaziergang (brrrrh) trocken gerubbelt, gebürstet und – wenn das Hundchen sowieso schon auf dem Tisch steht – noch einmal übergetrimmt (grrrrh: irgendwelche überflüssigen Härchen findet Herrchen immer), liegt Buffy jetzt im Lesezimmer und könnte den Rest des Tages gut und gerne als Salonlöwe verleben, Kauknochen vertilgen und aufs abendliche Fressen warten.

Jetzt hat Buffy etwas gefunden und muss einfach ein bisschen angeben! Was ist das? Ein Stück Plastik?

25.Februar. Trübe und regnerisch geht der Februar seinem nahen Ende entgegen. Mitunter ist der Frühling schon zu ahnen, zu riechen fast, aber das Herrchen hat eine Menge Arbeit auf dem Tisch, und Buffy muss leider lange im Büro durchhalten.




Das letzte – pfotenlose – Bild (dem Umstand geschuldet, dass wir mit dem neuen Fotoapparat noch üben) zeigt immerhin, dass unter Buffy's dichtem Wintermantel in den letzten Monaten einiges passiert ist. Knappe eineinhalb Jahre ist der Knirps jetzt alt...
Ein schöner Kopf ist hier zu sehen. Der Vergleich mit dem Sesselbild, das zu Anfang gezeigt wurde, verdeutlicht den Unterschied. Der Hund scheint irgendwie zu hoffen, dass das Katzentier noch einmal wieder auftaucht. Aber so blöd ist kein Kater, dass er sich in die Höhle des Löwen begibt, wenn der zu Haus ist... Mutmaßlich mit recht vermutet Buffy ihn unter einen Gebüsch bei den Nachbarn. Der muss doch da mal wieder rauskommen! Aber nein, er erwies sich als klug und blieb im Verborgenen.

21. Februar. Während sich andernorts die Leute zum Karneval aufbrezeln, döst in Bremen ein junger Irish Terrier ahnungslos vor sich hin und wagt es, wenigstens das Köpfchen einmal – und dann auch nur so eben – auf dem Sessel abzulegen. (Natürlich weiß eines von zwei Herrchen, dass der Hund mitunter, heimlich, genau diesen Sessel okkupiert, und der Hund weiß, dass Herrchen das weiß – und schweigt.)


Frisch gebürstet liegt der ziemlich zugewachsene Buffy im Souterrain (Ihr wisst schon: es gibt keine Keller in Bremen) und guckt gebannt auf den Quietscheigel, den wir sonst nur zur Unterhaltung auf Ausstellungen mitnehmen. Zu Hause kriegt er den nur so selten zu sehen, dass er bis heute überrascht ist, dass er selber das Teil zum Quietschen bringen kann. Jedesmal wenn er beim Durchkauen den besagten Ton erzeugt, guckt er mich verdutzt an, als wollte er fragen: Hast du etwa noch so eins in der Tasche?

Noch kämpfen wir mit der Technik, vor allem auch mit dem richtigen Gebrauch der alten Objektive. Aber das hier ist doch wenigstens schon mal süß, oder? Endlich verhunzt das Blitzlicht nicht mehr alle Farben. Herrchen hat gelernt, wie der Weißabgleich einzusetzen ist! Den Unterschied zwischen Blitz mit Tageslicht (oben) und ohne (unten) kriegen wir auch noch gebacken.

Apropos zugewachsen: Buffy wurde vor vier Monaten das letzte Mal getrimmt, so gründlich, dass Herr Ritz ihn in Hannover als "etwas kurz im Deckhaar" beurteilte >. Wenn ich an meine Welsh- und Airedale-Hündinnen zurückdenke... Die sahen nach vier Monaten anders aus (und waren im Gegensatz zu Buffy ziemliche Dreckfänger. Buffy musste noch niemals gebadet oder auch nur abgeduscht werden!
Während sich also andernorts die Leute zum Karneval (was ja so viel heißt wie "Fleisch wegnehmen" und deshalb mindestens für Hunde ein böses Omen sein müsste) aufbrezeln, und der Hund nichts ahnte, hat das Herrchen die Waschküche präpariert, wo der Hund sich nun unverhofft wiederfindet. Auf dem Tisch! Der Galgenstrick baumelt drohend, und der Hund weiß jetzt, was die Stunde geschlagen hat.


Da liegt es ausgebreitet, ein Arsenal des Schreckens. Der Hund gähnt verschämt – mein Fell ist doch so schön und roter als nach diesem Winter war es nie – doch es sollte nichts nutzen. Das Herrchen summt karnevalesk vor sich hin, der Hund erkennt mit Grausen die Melodie von Banane, du bist fällig, ich pell dich, ich pell dich!, und fügt sich ergeben in sein Schicksal...
Aber das Fell war zum Glück reif wie nur was (Banane, du bist fällig... ), und ehe Herr und Hund sich versahen, wunderte sich ein fetter Kater aus der Nachbarschaft, dass ein frisch herausgeputzter Hund dröhnend in das Gärtchen polterte, aufgeregt in alle vier Himmelsrichtungen knurrte und so den Kater vertrieb.
Das Herrchen wunderte sich, dass der Hund auf einmal einen um fünf Kilometer längeren Hals hatte, der Hund schüttelte sich ein paar mal durch und schien dann die frische, kühle Luft im kurzen Fell zu genießen.

Und er harrt geduldig aus – meistens jedenfalls... Dass gelegentlich etwas vom Tisch fällt, ein Hundekuchen vielleicht oder eine Kaustange, wird helfen. Und die nächste große Pause kommt bestimmt. Heute will es eine überraschende Fügung, dass wir die Radtour am Feierabend drangeben müssen. Zum Glück gibt es auf dem Unigelände trotz fast 20.000 Studis und gut 3.200 MitarbeiterInnen (noch) große Brachen...

Schwupps sind wir draußen. Wohin geht's heute? Buffy läuft sich schon mal warm... ich entdecke das Programm für Sportfotos...

... der Apparat löst schneller aus, als ich gucken kann! So geht das also! Buffy tut mir den Gefallen und gibt richtig Gas!

Ob die Bekanntschaft mit Windhunden seinen Laufstil geprägt hat. Meine früheren Terrier liefen – im Vergleich zu Buffy – wie Schaukelpferde (was ohne Zweifel einen eigenen Charme hatte).

Der Rest eines Eimers? Buffy legt sich schwer ins Zeug. Der Wind reißt an seinem Spielzeug. Buffy wirft es hoch und schnappt es wieder mit dem Maul. Da kommt selbst die Programmautomatik für Sportfotos nicht hinterher!

Und jetzt guckt euch diesen Laufstil an! Dass die Hinterläufe so weit über die vorderen greifen... das sieht doch einfach nach Windhund aus!
Und nun? Die Mittagspause ist zu Ende. Buffy hat sich ausgetobt, wie die Fotos zeigen. Das Herrchen hat nicht viel mehr bewegt als den Zeigefinger auf dem Auslöser... das Gute ist aber, dass er das Essen darüber vergessen hat ;-) Mal sehen, was der Tag noch bringt!
Aber nein, das Herrchen wird schon wieder unruhig! Vor der Fütterung des Löwen, sagt er, müssen wir noch einmal raus. Dabei nieselt es noch immer!
