
30. September. Eigentlich und ehrlich gesagt ist der September leider schon wieder vorbei, und die regelmäßigen und treuen BesucherInnen dieser website haben sicher manches Mal enttäuscht weil vergebens nach Aktualisierungen gesucht. Zu Entschuldigung sei gesagt, dass Herrchen zunächst – in der ersten Monatshälfte – viel zu arbeiten hatte. Danach waren endlich Ferien. Buffy's erster richtiger Urlaub! Er hat sich gut gemacht, das sei schon verraten. Hotelzimmer und Ferienwohungen blieben heil und sauber, sodass alle Gastgeber und Wirte uns ausgesprochen gerne wieder aufnehmen würden – und das will etwas heißen, wenn man mit einem 1-jährigen dare devil reist...


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Wir hatten uns auf einen Wanderurlaub geeinigt, und weil wir auf gutes Wetter aus waren, sind wir nach Südtirol gereist, in die Nähe der schönen Stadt Meran. Die Gegend hat uns nicht enttäuscht; wir wussten aber auch von einem früheren Aufenthalt, was uns erwarten würde. Allerdings hatten wir uns beim letzten Mal noch nicht so scharfe Wanderungen zugemutet. Aber, die Herrchen werden älter, so hofft man auf einen gewissen Trainingseffekt. Und das so reichhaltige wie hochkalorische abendliche Essen wird mit weit besserem Gewissen verspeist, wenn man vorher seine Grenzen geahnt (und gelegentlich vielleicht auch überschritten) hat.
Bei den Wanderungen, das ist neidlos zu vermerken, war Buffy uns haushoch überlegen, was wir nicht nur auf den permanenten 4-Wheel Drive zurückführen, sondern – vor allem – auf seine jugendliche Fitness.
Zugegeben, beide, Herr und Hund gucken etwas gequält aus Fell beziehungsweise Wäsche. Und deshalb freut es mich umso mehr, an dieser Stelle schreiben zu können: okay, eins haben wir noch!
Am Vorabend hatten wir in einem gediegen (es gab Tischwäsche und Hotelsilber) rustikalen (man saß auf Holzbänken) Wirtshaus in Buffy's Geburtstag hineingefeiert. Er war ein wenig eingeschnappt, dass es zwar um ihn ging, er aber nicht mit auf die Bank durfte... Irgendwann zu späterer Stunde lag dann wenigstens seine Rute auf der Sitzfläche. Man kann es ja mal vorsichtig probieren! Leider hatte ich nur das Handy zum Knipsen... und trotzdem: irgendwie das Foto des Urlaubs!


... immer noch bei Hafling...

Da gab es dann auch kaum Gegenwehr, wenn das Herrchen zu Körperpflege und lustigem Zeckensuchen schritt. Der schmale Balkon bietet dem Hund kaum Gelegenheit zur Flucht: Buffy ist mal wieder not amused, trägt's wie man sieht mit Fassung. Was er sich dabei denkt, bleibt uns ein Rätsel.
Am nächsten Tag sieht die Lage schließlich auch schon wieder anders aus: es wird allmählich wärmer, hier bei einer schönen, sonnigen Wanderung rund um Hafling, wo es zu meinem Leidwesen kaum Haflinger Pferde zu sehen gab (was vor achtzehn Jahren noch anders war!). Buffy verzichtet auf Pferde gern, mag aber ihre Äppel...


Der Abstieg, der hier gerade begonnen hat, bescherte uns die Erfahrung, dass es runter nicht unbedingt leichter geht. Wenn bergan gehen eher Herz und Kreislauf fordert, geht's dafür runter auf die Knochen, in einem Maße, wie wir es aus diversen Mittelgebirgen hierzulande so nicht kannten. Oder ist es doch schlicht das Alter? Buffy triumphierte abermals lässig... Ein Trost nur, dass er wenigstens abends rechtschaffen platt war!
Hier sind die Herrchen mit Hund auf einer Jausenstation in 1.500 Metern Höhe zu sehen. Alle drei haben zuvor 900 Höhenmeter überwunden. Es ist frisch! Der Wind hat die Wolken des Wochenendes weg geweht. Die 2-Beiner sehen etwas geschafft aus, was wohl an der ungewohnten Anstrengung oder auch am Genuss von Wein und Weißbier liegen mag. Die Herrchen hatten eine dampfend heiße Speckknödelsuppe gegen den Hunger und zum Aufwärmen. Buffy bekam nur Wasser und Hundekuchen. Nachdem wir uns gegenseitig, d.h. zwangsläufig alleine, geknipst hatten, fassten sich andere Wanderer ein Herz und knipsten uns zusammen. Buffy mal wieder nur von hinten.

Die ersten beiden Fotos sind keine Buffy-Suchbilder, sondern zeigen, wohin es uns verschlagen hat. Für norddeutsche Gemüter ist es erstaunlich hoch. Der Ort Kuens (was die Einheimischen Kuaans sprechen), in den uns das Internet verschlagen hat, ist mit 365 Einwohnern das kleinste Dorf Südtirols, liegt oberhalb Merans, das fußläufig (na ja, was heißt das in den Bergen...) erreichbar ist. Dorf Tirol liegt nebendran und Riffian knapp unterhalb.
Wir hatten eine wirklich schöne Ferienwohnung auf einem Bauernhof gefunden. Die Gastgeber waren freundlich und aufgeschlossen gegenüber Mensch und Tier, sodass unsere Unsicherheit, ob das denn geht, drei Städter auf dem Bauernhof, schnell verflogen ist.

Am nächsten Morgen wartet Buffy ungeduldig auf dem Balkon, dass es endlich wieder losgeht.
Auch wenn die Sonne zuverlässig scheint, sind die Gebirgsbäche arschkalt, was Buffy aber nicht von seiner Wasserfreude abhält. Wenn doch nur alle Gewässer, in die er für sein Leben gerne springt, so kristallklar wären, wie dieser Fluss zwischen Kuens und Dorf Tirol (wo es übrigens leider nicht zu einem zufälligen Treffen zweier weitläufig verwandter Irish Terrier samt Anhang gekommen ist).

Die nächsten beiden Bilder zeigen Buffy zwischen den Apfelbäumen unserer Gastgeber, wo er das Fallobst zu schätzen lernte. Kleine Mengen gestatteten wir ihm durchaus. Negative Folgen gab's zum Glück keine...


Hier kontrolliert er zunächst die Bäume mit der Sorte Red Delicious. So süß wie diese Äpfel, das sage ich als Freund der saueren mit leichtem Grausen, ist keine Banane. Buffy gefiel's. Und er sieht doch auch schick aus unter den übervollen Bäumen (die es übrigens kaum noch gibt: die neuen Turbopflänzchen wachsen Ernte freundlicher und tragen weitaus mehr Früchte).
Das letzte Bild zeigt Buffy an seinem ersten Geburtstag und stellt somit einen etwas feierlichen Moment dar. Natürlich versucht das Herrchen sich aus diesem Anlass wiederum an einer obligatorischen Standardaufnahme. Und natürlich misslingt sie auch dieses Mal.
Wir befinden uns inzwischen auf der schweizerischen Rheinseite. Gegenüber liegt Bad Säckingen.

... und immer noch: Marcus mit Hund (was selten ist) und Wanderführer (oft), der sich meistens als zuverlässiger erweist als zahlreiche windschiefe Wegweiser, vor denen ich hier ratlos stehe...
Abends dann, nach deftigem Essen und der notwendigen Pflege der lädierten Knochen, hilft ein Treber (innerlich) gegen wehe Füße, und lässt's Herrchen fast umgehend eindösen. Buffy bringt sich jedoch gerade noch rechtzeitig in Erinnerung, will noch einmal hinaus und nächtens nach dem Fallobst gucken. Und erwartet sicherlich ein trocknes Rindsohr als Betthupferl.
