11. Oktober. Am 6. Oktober, vor einem Jahr und 5 Tagen, habe ich den kleinen Welpen, der in den folgenden Wochen Buffy werden sollte, zum ersten Mal in den Händen gehabt. Ein bewegender Augenblick!

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Auf den Tag ein Jahr später verbringe ich einen Teil des Nachmittags damit, den inzwischen groß gewordenen Racker mit einer Suppenkelle bewaffnet durch den Garten zu verfolgen. Buffy's Züchterin hatte mich dazu angehalten. Ich hatte mich bis jetzt davor gedrückt, mich so dem Gespött der Nachbarschaft auszusetzen. Aber nun! Sei's drum!
Die Gelegenheit war günstig, das andere Herrchen aus dem Haus, nichts und niemand konnte mir die Zweckentfremdung unserer schicken Edelstahlsuppenkelle verwehren; es dämmerte auch schon ein bisschen, und ich hoffte, dass nicht alle Nachbarn kopfschüttelnd hinter ihren Gardinen vorlugten. Was um Himmels Willen macht der mit der Suppenkelle im Garten? Will er womöglich seinen Hund schlagen? Dreht der jetzt völlig durch?!?
Aber nein, ich war auf Beutezug! Gegenstand meines manch ahnungslosen Beobachter der Szenerie sicher befremdlich anmutenden Begehrens war Buffy's Urin. Na, der hat doch die ersten Monate oft genug ins Haus geschifft, könnte man einwenden. Aber, Scherz beiseite, es ging um eine anstehende Laboruntersuchung. Wie bei anderen Hunderassen auch kommt bei Irish Terriern zwar selten, aber immerhin gelegentlich eine Krankheit namens Cystinurie vor. Die ist – so wird von Fachleuten angenommen – erblich und eine Disposition, nicht aber das zwangsläufige Auftreten der Krankheit, zeigt sich, solange es noch keinen Gentest gibt, einzig am Cystin im Urin.
Also ab in den Garten, wo Buffy nur noch selten pinkelt. Bei manchen Gelegenheiten macht er dann aber Klarschiff, und radiert sozusagen pinkelnder Weise die nämlichen Spuren der nichtsnutzigen Katzen aus. Eine solche Gelegenheit hatte ich abgepasst und folgte nun dem Hunde in gebückter Haltung, bereit die Kelle in den Strahl zu halten. – Was soll ich sagen? Unerwartet schnell hatte ich die benötigte Menge zusammen, brachte sie sicher ins Haus, wo ich den Urin in ein vorbereitetes Behältnis umfüllte. Ab damit zum Tierarzt!
Und eben nun bekam ich das seit gestern telefonisch Mitgeteilte Ergebnis auch schriftlich, sodass ich es hier den Interessierten zeigen kann: Buffy hat einen Cystinwert von 153.
31. Oktober. Buffy leuchtet! Was hier so spacig wie ein UFO im Garten wirkt, ist nur Buffy's neues Leuchthalsband. Die Zeitumstellung hat dafür gesorgt, dass wir unsere abendlichen Runden im Finstern absolvieren, auch die am Fahrrad. Und weil ich in den letzten Tagen ein paar mal in die Schwärze der Nacht rufen musste (und mir dabei einigermaßen blöde vorkam), war heute die Anschaffung fällig.
Nachdem wir im Sommer vorsichtig begonnen hatten, Buffy neben dem Fahrrad laufen zu lassen, sind wir seit seinem Geburtstag dabei, die Strecken zu verlängern. Jetzt machen wir dreimal die Woche ca. 10-12 Kilometer. – Buffy begeistert sich an der Geschwindigkeit, und auch weil er (noch) ständig neue Strecken kennen lernt; für mich gehört es zu den größten Freuden des Hundehalterlebens, wenn Herr und Hund, ohne Verbindung durch die Leine, nebeneinanderher rasen, einer versucht den anderen abzuhängen, immer mit Blickkontakt... Das sind wirkliche Glücksmomente.
Buffy will rennen! Er will arbeiten! Noch hindere ich ihn am Ziehen, indem ich immer so schnell radle wie er laufen will. Aber wenn er so weiter macht, kriegt er irgendwann, wenn er 'groß' ist, ein schickes Schlittenhundegeschirr.


Links wird übrigens das UFO entzaubert: wenn der Blitz der Kamera wieder eingeschaltet ist, ist auch die spacige Wirkung dahin, und das Halsband verliert durch ein besonders schnödes Klogrün sofort seine Wirkung. Interessant am Rande: Wieso sind die Hunde eigentlich nicht die Bohne von den Lichteffekten irritiert, gleich ob die Leuchtdioden auf Blinken oder Dauerbetrieb eingestellt sind?

Zuhause ist er wieder das brave Lämmchen, schmachtet uns an, versucht nicht mal mehr, auf Sofas und Sessel zu hopsen, und trägt stattdessen seine zahlreichen Decken durchs Haus, um sich geduldig da niederzulassen, wo wir sind: Wer kann diesem Hund böse sein? – Und so hoffen wir geduldig, dass sich die momentanen Wogen auch wieder glätten.


Unsere Tiearztpraxis war übrigens sofort bereit, den selten nachgefragten Test anzuordnen. Hilfreich war, dass dort ohnehin mit einem der beiden Labors, die diesen Test anbieten, zusammengearbeitet wird.
Für die cracks, die diese Werte nun auch interpretieren und einordnen wollen, folgen hier noch einige Hinweise auf Buffy's Fütterung. In seinen ersten Lebensmonaten bekam Buffy zu den Hauptfütterungszeiten ausschließlich Feuchtfutter der Marke Pedigree. Bis auf ganz wenige Ausnahmen fütterten wir das Welpenfutter der Sorte Lamm und Reis. Gelegentlich gab es einen Hundekuchen der Marke Nagut, ein trocknes Schafsohr oder einen Ranken alten Brots. Mit einem knappen halben Jahr wechselten wir auf Pedigree pur. Wir kaufen weiter bevorzugt Dosen der Sorte Lamm und Reis, nehmen aber auch die anderen 'Geschmacksrichtungen' und weichen gelegentlich, wenn unsere Favoriten nicht in ausreichender Menge vorrätig sind, auf Rinti Kenner Fleisch aus. Das hat einen geringfügig höheren Protein- und Fettgehalt, weshalb wir versuchen, diese Marke, wenn überhaupt, dann im Wechsel zu füttern. Buffy kommt, außer an Tagen mit deutlich höherer körperlicher Belastung (zum Beispiel bei Bergwanderungen), mit einer 400g Dose aus, verteilt auf zwei Fütterungen. Da es sich in beiden Fällen um so genannte Alleinfutter handelt, mischen wir auch nichts weiter darunter, 'verlängern' allerdings die Menge mit handwarmem Wasser.
Zusätzlich bekommt Buffy täglich ein bis zwei der besagten Hundekuchen, ein Rinderohr zum Knabbern, gelegentlich eine Kaustange oder ein Stück trocknen Pansens. So selten, das es eigentlich zu vernachlässigen ist, fällt von unseren Resten etwas für ihn ab: Kartoffeln, Reis oder Nudeln beispielsweise.
Buffy ist mit einem Jahr eben unter 50 cm (so wünscht es sich die Züchterin) oder eben drüber (so wollen wir ihn sehen) groß und wiegt nach wie vor 14 sportliche Kilo.
Heute Nachmittag fuhren wir zum Spaziergang an den Stadtrand. Ja, auch in Bremen und umzu gibt es gelegentlich so etwas wie Indian Summer. Wenn's auch nur für zwei Tage ist. Buffy macht sich gut im herbstlichen Wald, zeigt sich überraschend folgsam und hatte nur drei Scharmützel mit anderen Rüden. Einmal hat er angefangen, zweimal die anderen. Lange bitten mussten die ihn aber auch nicht. Dennoch ist mir aufgefallen, dass die Hunde, also Buffy wie die jeweils anderen, sich oft erleichtert, fast dankbar zeigen, wenn man sie beherzt trennt, ehe wirklich etwas passiert.
18. Oktober. Die Scharmützel sind dann doch nicht immer so richtig witzig! In den letzten Tagen hat Buffy einige Blessuren davon getragen. Wegen einer mussten wir zum Tierarzt. Die Bisswunde war nicht so groß, aber es hätte wahrhaftig ins Auge gehen können. Ein Pointer-(Mix)-Rüde hat Buffy ins obere Augenlid getackert. Da hat aber einer Glück gehabt, meinte der Tierarzt lakonisch.

Er verordnete eine antibiotische Augensalbe, die das Auge bald wieder besser aussehen ließ. Immerhin war das Auge selber unverletzt geblieben! Und die Salbe haben wir dann auch noch anderweitig heilbringend anwenden können. Zwei Tage später gab's nämlich den nächsten Schmiss. Das obere Foto zeigt ihn, nicht besonders groß; aber, wenn der am Lid gewesen wäre... Naja, nun sind beide Wunden fast wieder verheilt.
Buffy hat sich als nicht wehleidig herausgestellt; er war ein bisschen eingeschnappt, dass es für ein paar Tage Leinenzwang gab, und das war's.
Heute durfte er zum ersten Mal wieder auf die Hundewiese. Er hat zur Feier des Tages kaum gestänkert, sich mit allen Hunden vertragen, tapfer, fast schon altersweise, die Angriffe von zwei Chihuahuas (schreibt man das so?) und einem anderen kleinen Rüden ignoriert und sich der anwesenden Hundedamenwelt als Kavalier präsentiert. – Leider hat er dann innerhalb von zehn Minuten drei Hundeleuten an Hosenbeine bzw. Rocksäume gepinkelt. Da war ich schon wieder unten durch: Der Hund kloppt sich nicht, er rammelt nicht zwanghaft die halbe neustädter Hundewelt – dafür pinkelt er schamlos deren Halter an. AUGENROLL!!!!!
