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Rüdiger Lohlker
Islamisches Völkerrecht
Studien am Beispiel Granada

2006, 188 Seiten, 13,3 x 20,5 cm,
kart., 27,80 € (D) 28,60 € (A)
47,00 SFr (CH)
ISBN-10: 3-9811211-0-4
ISBN-13: 978-3-9811211-0-0

Die Untersuchung widmet sich einem Einzelfall, der demonstriert, welche Diversität das islamische Recht in seiner internationalrechtlichen Praxis gezeigt hat, einer Praxis, die von der Theorie auch in diesem Einzelfall nicht getrennt gedacht werden kann. Getrennt werden kann diese Praxis ebenfalls nicht von der Praxis und Theorie anderer Rechtsgebiete, die sich in den jeweiligen Regionen entwickelt hat. Dies lässt sich für unseren Fall exemplarisch zeigen.

Das Beispiel, das im Verlauf dieser Studie betrachtet wird, ist das letzte muslimische Reich auf dem Boden der Iberischen Halbinsel, das nasridische Granada. Gegenstand der Untersuchung ist die Regelung des Umgangs des muslimischen Granada mit seinen nichtmuslimischen Nachbarn, insbesondere mit dem Königreich Aragón. Im Sinne Kruses werden diese Beziehungen als Teil des islamischen Völkerrechts verstanden. Zugleich dient die Untersuchung einem erneuerten Verständnis des islamischen Rechts und seiner komplexen Struktur, die sich nicht auf das muslimische Gelehrtenrecht reduzieren lässt.

Über den rechtlichen Gesichtspunkt hinaus verweist die Studie darauf, dass das frühneuzeitliche bzw. spätmittelalterliche Granada Teil Europas war und zugleich Teil der arabisch-muslimischen Welt. Granada und seine Entwicklung sind nur als Teil des globalen Systems des 13.-15. Jahrhunderts zu verstehen.

Rüdiger Lohlker >
(Dr. phil. habil.) Professor für Arabistik und Islamwissenschaft, Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät, Universität Wien
Forschungsschwerpunkte: Islamisches Denken in der Moderne, Islamisches Recht, Islam im Maghreb und im islamischen Spanien, Soziologie des islamischen Wissens, Islam im Internet.

Rezensionen:
Lohlkers selbst gestecktes Ziel, die Bedeutung der strategischen, geographischen, wirtschaftlichen, sozialen und ideengeschichtlichen Einflüsse auf die Entwicklung des islamischen Rechts aufzuzeigen, d.h. die dynamische Anpassbarkeit eines lebenden und gelebten Rechtssystems mit der postulierten Erstarrtheit des fiqh zu kontrastieren, wird über-zeugend erreicht. [...]

Lohlkers Buch [ist] jedenfalls ein wichtiger Beitrag zu einem vollständigen Verständnis der Rechtswirklichkeit jenseits des dogmatisch verengten Blickwinkels des Gelehrtenrechts. [...] Das Buch ist ausgezeichnet redigiert und verfügt über einen hilfreichen Index, der die verwendeten arabischen Termini einschließt.

Ebrahim Afsah, in: Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (ZaöRV). Heidelberg Journal of International Law. Band 67/3, 2007: S. 1002-1005. mehr >

Das vorliegende Buch ist sowohl für interessierte Nichtfachleute als auch für ein einschlägiges wissenschaftliches Publikum zu empfehlen. Es greift ein aktuelles und hochbrisantes Thema auf und widmet sich ihm mit wissenschaftlicher Genauigkeit und Tiefe. Durch seine klare sprachliche Darstellung ist es auch für ein breiteres Publikum verständlich. Wissenschaftlich an dem Thema Interessierte werden vor allem den umfangreichen Anmerkungsapparat schätzen, der die Arbeit auszeichnet und die Forschung im Bereich des islamischen Völkerrechts um ein wertvolles Stück bereichert. Vor allem aber stellen die Thesen Lohlkers einen interessanten und wichtigen Beitrag zum wissenschaftlichen Dirsurs um die Frage der praktischen Anwendung des islamischen Rechts im bereich der internationalen Beziehungen dar.

Irmgard Marboe, in: Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes (WZKM). Band 98, 2008: S. 476-479. mehr >

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